"Objektivität gilt, vor allem in den Wissenschaften, als ein hohes und prägendes Ideal. Bei dem Versuch, dieses Ideal tatsächlich zu erreichen, zeigt sich bald, dass es keineswegs einheitliche Vorstellungen bei der Umsetzung gibt. Die Idee von Objektivität unterliegt - wie vieles andere auch - dem historischen Wandel. Was sind die Kriterien von Objektivität? Ist sie wirklich ein erstrebenswerter Zustand des Bewusstseins? Was bedeutet es, unsere stets "subjektiven" Sinne in Richtung einer "objektiven Wahrnehmung" zu trainieren? Ist Objektivität dasselbe wie Rationalität - die Abwesenheit von Persönlichem und von Gefühlen? Es ist auch fraglich, ob das gezielte Ausschalten der Subjektivität tatsächlich in erhoffter Weise erkenntnisfördernd ist.
Im zweiten Gespräch über Objektivität spricht Gert Scobel mit dem Philosophen Herbert Schnädelbach. Herbert Schnädelbach lehrte Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin, war Präsident der Allgemeinen Gesellschaft für Philosophie und ist ein Spezialist für Rationalitäts- und Erkenntnistheorie."



Deutschland
Schweiz