Selbsterfahrungs-ExpertInnenRoth Karin Maria



Interview von Karin Maria Roth

F: Was hat Sie bewogen, gerade Ihren Beruf zu ergreifen?

Eine Bekannte erzählte mir voller Begeisterung von ihrer damaligen Ausbildung zur Lebens- und Sozialberaterin. Das war für mich so ansteckend, dass ich mich nach einer intensiven Berufs- und Lehrgangsrecherche ebenfalls für diese Ausbildung entschloss.

F: Welche besonderen Fähigkeiten sind Ihrer Meinung nach in Ihrem Beruf gefordert?

Als besondere Fähigkeiten in meinem Beruf erachte ich vorallem Softskills wie exzellente Kommunikationsfähigkeit, Verschwiegenheit, Empathie, Wertschätzung, Achtsamkeit, Diplomatie, Finderspitzengefühl, Lösungs-und Zielorientierung, Dankbarkeit und last but not least das eigene professionelle 'Handwerkszeug' anzuwenden gepaart mit dem Willen mich laufend weiterzubilden und -entwickeln.

F: Weshalb haben Sie sich gerade für Ihre Arbeitsschwerpunkte entschieden?

Meine Arbeitsschwerpunkte entwickeln sich aus den Stationen meines Lebens und der Themenkreise die ich für mich thematisch spannend finde - teilweise aus jenen, die ich gerade selbst reflektiere. Ich betrachte das als einen ständigen sich wandelnden Prozess, indem ich erkennen darf, dass 'alles' miteinander verbunden ist und fließt.

F: Was erachten Sie als Ihren bisher größten beruflichen Erfolg?

Wertschätzung, Respekt und Anerkennung vor jenen Menschen, die es schätzen sich mir mit ihren beruflichen oder privaten Themen vertrauensvoll zuwenden zu können und somit Einblick in ihre ureigenste Lebensgeschichte gewähren. Im gemeinsamen Wirken lassen sie mich aktiv an ihrem weiteren schöpferischen Prozess der Lebensgestaltung teilhaben.

F: Wodurch glauben Sie, könnten die Menschen vermehrt für Ihre Dienstleistungen interessiert werden?

Durch Erkennen von Lebenszusammenhängen u.a. im Leidens- oder Veränderungsdruck, der Kombination aus freiem eigenen Willen und der in jeden von uns innewohnenden 'Schöpferkraft' selbstverantwortlich, gestaltend für das eigene Leben aktiv werden zu wollen.

F: Arbeiten Sie auch mit BerufskollegInnen oder mit ProfessionistInnen aus anderen Berufsgruppen zusammen?

Ja, mit PsychologInnen, MentaltrainerInnen, PhysiotherapeutInnen u.a.

F: Bieten Sie auch selbst Veranstaltungen an (Seminare, Workshops, Gruppen, Vorträge usw.)?

Ja, zu Themenkreisen der interdisziplinären Persönlichkeitsentwicklung wie

» Management und Führung
» Karriere- und Berufslaufbahn
» Farb-, Typ-, Stil- und Imagethemen
» interne und externe Kommunikation u.a. mit Einflüssen der gewaltlosen Kommunikation
» Ressourcenmanagement/Resilienz
» Individuelle Kompetenzsteigerung
» Achtsamkeit/Bewusstsein
» Körper-, Bewegungs-, Atmungs- und Entspannungsorientierte Verfahren


F: Welches Ziel wollen Sie in Ihrem Beruf noch erreichen?

Möglichst lange und begeistert, konstruktiv, inspirierend mit meinem inneren Strahlen zu wirken.

F: Arbeiten Sie mit ProfessionistInnen aus anderen Berufsgruppen zusammen (ÄrztInnen, TherapeutInnen, BeraterInnen, Beratungsstellen)?

Ja, speziell mit ÄrztInnen und FachärztInnen der unterschiedlichen Disziplinen z.B. Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin, Frauenheilkunde und Geburtshilfe sowie Institutionen im öffentlichen und wirtschaftsnahen Bereichen u.a.

F: Was bedeutet für Sie Glück?

Dankbarkeit!

F: Wenn Sie die berühmte "Gute Fee" nach drei Wünschen fragen würde, welche würden Sie äußern?

Liebe
Frieden
Freiheit


F: Welche drei Gegenstände würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?

Trinkwasser
Zündhölzer
Signalrakete


F: Was ist Ihr Lebensmotto?

'Das innere Strahlen nach außen bringen'

F: Welche wichtige Frage haben Sie in diesem Interview vermisst?

KEINE

F: ... und wie würden Sie darauf antworten?

-

Fach-Interview von Karin Maria Roth

F: Was ist der Unterschied zwischen Beratung und Therapie?

Die Grenze zwischen Beratung und Therapie ist gekoppelt an die Grenze zwischen gesund und krank, denn es ist klar, dass BeraterInnen für Krankenbehandlungen nicht ausgebildet und daher auch nicht befugt sind. Diese Grenze ist aber schon vordergründig schwer zu ziehen, weil eben im Bereich der Diagnosen speziell zwischen Störungen solche Grenzen manchmal einerseits fließend und andererseits interpretationsabhängig sind. Überdies dürfen z.B. Diplomierte Lebens- und SozialberaterInnen in Österreich grundsätzlich nur mit gesunden Personen arbeiten, d.h. mit KlientInnen, bei denen keine psychischen Erkrankungen vorliegen.

F: Was ist Coaching?

Eine für mich sehr zutreffende Definition des Austrian Coaching Council

Coaching ist ein interaktiver personenzentrierter Beratungs- und Begleitungsprozess im beruflichen Kontext, der zeitlich begrenzt und thematisch (zielorientiert) definiert ist. Die individuelle Beratung von einzelnen Personen, Gruppen oder Teams richtet sich auf fachlich-sachliche und/oder psychologisch-soziodynamische Fragen bzw. Problemstellungen, die sich auf die Arbeitswelt beziehen. Coaching findet auf einer tragfähigen Beziehungsbasis statt, die durch Freiwilligkeit, gegenseitiges Respektieren und Vertrauen begründet ist und eine gleichwertige Ebene des Kooperierens bedingt.

Das Gespräch zielt immer auf eine Förderung von Selbstreflexion und -wahrnehmung, von Bewusstsein und Verantwortung, und von Selbsthilfe / Selbstmanagement ab.

Coaching arbeitet mit transparenten Interventionen nach dem Prinzip des Öffentlichmachens und des impliziten Vermeidens manipulativer Techniken, die der Entwicklung der Eigenkompetenz und Selbstreflexion entgegenwirken würden. Der Prozess baut auf die ressourcen- und lösungsorientierten Kompetenzen der KundInnen, die gefördert und aktiviert werden können. Coachs entwickeln gemeinsam mit den und nicht für die KundInnen individuell angemessene Lösungen in Passung an das System.

Coaching ist ergebnis- und lösungsorientiert und braucht daher evaluierbare Kriterien für das Erreichen konkreter Ziele und explizit formulierte operable Aufträge für Inhalte, Rahmen und Interventionen.

http://www.esba.eu/acc/index_html?sc=285962687


F: Was ist Supervision?

Eine für mich stimmige Definition des Austrian Coaching Council

(lat. supervidere = darüber schauen, beobachten)
Supervision dient der systematischen und regelmäßigen Reflexion beruflichen Handelns in Arbeitsfeldern, in denen die professionelle Gestaltung zwischenmenschlicher Beziehungen die Hauptaufgabe darstellt. Supervision ist zugleich ein Modell für Lernprozesse, indem durch die Art und Weise, wie berufsbezogene Fragestellungen bearbeitet werden, Arten der Organisation von Denken und Lernen vorgestellt werden. Ihr Gegenstand ist das Erlernen der Selbstreflexion der eigenen beruflichen Arbeit als Mittel zur ständigen Verbesserung der eigenen Kompetenz und die Qualifizierung der eigenen beruflichen Professionalität. Sie liefert einen wesentlichen Beitrag zur Qualitätsentwicklung von Organisationen und deren Dienstleistungen.

Der Begriff 'Supervision' entstammt ursprünglich dem ökonomischen und administrativen Bereich. Er umreißt eine Vorgesetztenfunktion in Unternehmen, Behörden, Verbänden usw., also Organisationen. Der Supervisor/die Supervisorin hat dort als übergeordnete Instanz die Aufgabenerfüllung von unterstellten MitarbeiterInnen zu garantieren. 'Supervision' bezeichnet also eine 'Führungsfunktion'. In Produktions- oder Dienstleistungsbetrieben etwa hat der Supervisor/die Supervisorin Sorge zu tragen, dass die von ihm/ihr geführten MitarbeiterInnen ihre Aufgaben sachgerecht erledigen.

Das heißt, er/sie hat sie fachlich anzuleiten und bei ihrer Aufgabenerfüllung zu kontrollieren. .[..] Ungleich komplexer stellt sich aber diese Führungsaufgabe dar, wenn das Ziel professioneller Aktivitäten in der Veränderung von Menschen besteht. In solchen Arbeitsfeldern wie Sozialarbeit und Psychotherapie erfolgt Supervision nicht einfach für eine sachliche Aufgabenerfüllung, sondern für menschliche Interaktionen.[...] Deshalb entwickeln sich gerade in sozialen Feldern differenziertere Vorstellungen über supervisorische Aufgaben als in anderen.
In der amerikanischen Literatur wird heute zwischen 'administrative' und 'clinical supervision' unterschieden.' (vgl. A. Schreyögg)

'Supervidieren heißt von oben betrachten, die Arbeit eines anderen mit den Augen der erfahrenen Klinikerin, des einfühlsamen Lehrers, des kritischen Experten anschauen.'
(E. Holloway)

In der angloamerikanischen Arbeitswelt wird als SupervisorIn jemand bezeichnet, der/die die Arbeitsabläufe koordiniert und überwacht und für die Einhaltung von Qualitätsstandards als Fachaufsicht verantwortlich ist. Diese SupervisorInnen stehen gegenüber unserer Vorstellung von Supervision in einem Arbeitsverhältnis, einem Abhängigkeitsverhältnis zum/zur SupervisandIn. Die zentrale Aufgabe bei beiden ist trotz der unterschiedlichen Beziehungsform die Zuständigkeit für Qualität.

http://www.esba.eu/acc/index_html?sc=600574046


F: Was ist Training?

Training bezeichnet Off-the-Job-Verfahren der Personalentwicklung, bei denen Mitarbeiter Fertigkeiten erwerben oder verfeinern sollen. Die Implementierung von Trainingsmaßnahmen in Organisationen erfolgt in fünf Schritten:

a) Festlegung der Trainingsziele: Der Ist- und Sollzustand werden ermittelt. Bei der Festlegung des Sollzustands müssen die Interessen der Organisation mit denen der Individuen abgestimmt werden. Dabei sollte nicht nur der gegenwärtige, sondern auch der zukünftige Bedarf ermittelt werden. Die Grundlage für die Formulierung des Sollzustands sind z.B. Organisations- und Arbeitsanalysen oder Expertenbefragungen (Delphi-Technik). Die Grundlage für die Ist-Analyse besteht in der Erhebung der vorhandenen Kompetenzen der Mitarbeiter, z.B. auf der Grundlage der Mitarbeitergespräche, von vorausgegangenen Leistungsbeurteilungen, psychologischen Testverfahren u.Ä.

b) Ableitung von Kriterien zur Überprüfung des Lernerfolgs: Soweit möglich, muss der Sollzustand präzise bestimmt werden, damit eine Evaluation der Maßnahmen möglich wird.

c) Entwicklung der Trainingsmaßnahme: Die Trainingsmaßnahme wird zeitlich, inhaltlich und methodisch auf die Trainingsziele abgestimmt. Bei der Gestaltung der Trainingsmaßnahme sollte darüber hinaus bes. die Förderung des Lerntransfers beachtet werden.

d) Durchführung der Maßnahme.

e) Überprüfung des Lernerfolgs: Abgestimmt auf die Trainingsziele wird der Trainingserfolg überprüft (Evaluation).

- Prof. Dr. Günter W. Maier

Springer Gabler Verlag (Herausgeber), Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort: Training, online im Internet: http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/77779/training-v9.html


F: Was ist der Unterschied zwischen Coaching und Supervision?

Eine für mich bestens zutreffende Definition des Austrian Coaching Council

Supervision in Abgrenzung zu Coaching:
Die Abgrenzung ist im Falle der Supervision besonders wichtig, da die beiden Felder verwandt sind, methodisch viele gemeinsame Urquellen haben und immer wieder in einem Atemzug genannt werden. Coaching bedient sich vieler ursprünglich in der Supervision weiterentwickelter psychotherapeutischer Methoden. Beide dienen der Reflexion beruflichen Handelns, die Wurzeln der Supervision liegen jedoch im sozialen und therapeutischen Bereich, wo sie auch die größte Verbreitung findet, während Coaching aus dem Sportbereich auf das Management übertragen wurde, woraus sich ein anderer Themenfokus ableitet
siehe Themen und Anlässe von Coaching.

Coachingprozesse sind im Gegensatz zur Supervision immer zeitlich begrenzt und beinhalten einen stärkeren handlungs- bzw. lösungsorientierten Ansatz. Coaching erfordert neben einem psychologischen einen wirtschafts-wissenschaftlichen Zugang, auf der anderen Seite keine Fachkompetenz im Handlungsbereich der KundInnen.

In den letzten Jahren gibt es Bestrebungen der Supervisionsorganisationen und Verbände, Supervision in einem viel allgemeineren und weiteren Sinne zu definieren und damit Coaching explizit mit in das Berufsbild integrieren zu können. Die populistische These, Supervision finde im non-profit Bereich statt, Coaching im lukrativen Managementbereich, legt wirtschaftliche Gründe nahe.

Für uns ist Coaching keine Konkurrenz zu Supervision, diese ist von der Qualifikation und Spezifizierung des Fachwissens in der jeweiligen Feldkompetenz des Supervisionsbereiches durchaus höher anzusiedeln. Supervision würde an Stellenwert verlieren, wenn sie sich weniger auf ihre eigentliche Aufgabenstellung konzentrieren würde.

http://www.esba.eu/acc/index_html?sc=600574046


F: Gibt es Coaching nur für berufliche Themen oder auch für private?

Die Grenzen des 'einander Bedingens' privat vs. beruflich existieren hier auch in fließender Formen. Anhand der unten erstellten Auflistung des Austrian Coaching Council beantwortet sich oben gestellte Frage.

Coaching-Nachfrage entsteht vor allem rund um Themen wie 'Standort- und Richtungsbestimmung' im Anschluss an Feedback-Gespräche, Konfliktbewältigung, bei punktuellen Fragestellungen und konkreten Krisen oder Chancen, die sich aus 'Weichenstellungen' ergeben, zur Unterstützung von Teamentwicklungsprozessen, zur Vorbereitung von Gesprächen mit MitarbeiterInnen, neuen Führungsaufgaben und bei der Strukturierung komplexer Projekte.

http://www.esba.eu/acc/index_html?sc=286006671

Weitere Anlässe für Coaching:

KRISEN:
Individuelle Krisen

akute berufliche
a. aufgrund persönlicher Faktoren
b. aufgrund situativer Faktoren
c. aufgrund kombinierter Faktoren
berufliche Deformation
Job Stress
Burnout
Mobbing

Kollektive Krisen

ökonomische
durch Umstrukturierung
organisationskulturelle Krisen
bei Fusionierungen & Merger
durch politische Veränderungen

SUCHE NACH VERBESSERUNG:
Individuelle Verbesserung

Flexibilisierung des Coping
Erweiterung von Managementkompetenz/ -performance
Karriereplanung
Rollenberatung

Kollektive Verbesserung

Etablierung von Qualitätszirkeln
Entwicklung neuer Angebotsstrukturen
Implementierung neuer Führungs- und Organisationskonzepte

http://www.esba.eu/acc/index_html?id=119


F: Was bedeutet Selbsterfahrung?

Unter Selbsterfahrung versteht man das bewusste Reflektieren seiner Erlebens-, Verhaltens-, Denk- und Fühlweisen in bestimmten Situationen oder Zusammenhängen, um diese zufriedener, gesünder oder effizienter gestalten zu können.

Neben dem Lösen oder Umgehen mit Problemen u.a. Beziehungskonflikten, Stress, Lebenskrise, Arbeitssituation, u.ä. ist auch Persönlichkeitsbildung und Persönlichkeitswachstum ausgesprochenes Ziel der Selbsterfahrung.

http://www.dirnberger.co.at/cms/1/16952/







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