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Anfang der 1980er Jahre untersuchte der Neurophysiologe Benjamin Libet die Gehirn-Prozesse, die zur Vorbereitung einer motorischen Tätigkeit ablaufen. Dabei zeigte sich, dass schon vor dem Zeitpunkt, zu dem die Versuchsperson bewusst den Wunsch zu einer Handlung verspürt, im Cortex signifikante Veränderungen festzustellen sind. Diese Ergebnisse wurden unterschiedlich interpretiert: Manche Wissenschafter/innen zogen daraus den Schluss, dass es keinen freien Willen gibt, andere wiederum kamen zur gegenteiligen Auffassung.

Der Disput um die Willensfreiheit ist allerdings nicht neu: Nicht nur in der Philosophie, auch in den Religionen wurde immer wieder über die Freiheit des menschlichen Willens diskutiert und diese in Frage gestellt. Eine Leugnung des freien Willens hat allerdings weitgehende Konsequenzen, vor allem wenn es um Fragen der Verantwortung und Entscheidung geht. Denn unter der Annahme, dass es keinen freien Willen gibt, wären Täter nicht mehr für ihre Taten verantwortlich zu machen.

Wiederholung: 4. Jänner 2010, 22:40 Uhr, Ö1

Quelle: http://oe1.orf.at/programm, 23.12.2009